Von Heiner Müller / Ilja Ehrenburg
Es sähe nicht so aus, schrieb Vaclav Havel 1978, als ob die westlichen Demokratien ein Rezept zu bieten hätten, wie man sich grundsätzlich der Eigenbewegung der technischen Zivilisation, der Industrie- und Konsumgesellschaft widersetzen könne. Nur sei die Art, wie sie den Menschen manipulierten, unendlich feiner und raffinierter als die brutale Art des posttotalitären - sozialistischen - Systems.
Im Herbst 1941, 2000 Kilometer vor Berlin und nur 120 vor Moskau - ... weiter lesenan der Wolokolamsker Chaussee - beginnt mit dem verzweifelten Versuch sowjetischer Soldaten, den Einmarsch der Wehrmacht zu stoppen, die Geschichte der DDR. Sie endet mit dem ebenso verzweifelten Versuch eines Vaters, die Ausreise des Sohnes in den Westen zu verhindern. In fünf exemplarischen Szenen - jede für sich eine eigenständige Tragödie - verhandelt Heiner Müller in wechselnden Konstellationen die grundsätzlichen Fragen politischen Handelns: Welche Opfer sind mit der Durchsetzung unserer Ziele verbunden? Wie wird das Ziel, das wir zu erreichen hoffen, durch jedes notwendige Opfer unseres Handelns korrumpiert? Er entwirft dabei ein historisches und gleichzeitig berührend persönliches Panorama des Scheiterns der DDR.
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