Andy Platts, Sänger, Songschreiber und Gitarrist der englischen Band Mamas Gun, macht sich viele Gedanken über Musik. Vielleicht, weil er viel Musik macht. Oder, weil er ein Leben voller musikalischer Hingabe führt, das aus ihm und seinen Mamas Gun-Bandkollegen feinmotorische Funksoul-Brüder machte. Immer auf der Gralssuche nach den dreieinhalb Minuten reiner Formvollendung, in der Musik und Texte in Symbiose treten und das dritte, große Element ergeben – den Popsong. Pop ist kein Schimpfwort im Wörterbuch von Mamas Gun. Strukturell macht das Popsongformat zugänglich, was die Vielschichtigkeit von Platts Songhandschrift ausmacht. Stellen Sie sich einen Sly Stone ohne Vorliebe für Chemikalien vor, der dem technokratischen Treiben der Moderne, der Funktionalität als Gegenentwurf zum Emotionalen nicht mit vordergründigem Zynismus, sondern Trotz begegnet, der auf Empathie basiert. Einen, der nicht auf den Gedanken käme, Musik der Profanisierung auszusetzen. |