Komödie von Molière.
Don Juan ist frei. Frei von Bindungen an Konventionen, Sakramente und Schwüre. Er bricht sie, wie es gerade kommt. Kein Glaube, als der an sich selbst und an seinen Unterleib hat Platz in seinem Denken und Handeln. So erreicht er in der Kunst des Verführens wahre Meisterschaft: Frauen erobern, betrügen, Ehen versprechen und brechen – vollkommen und hemmungslos verschwendet Don Juan sich, seine Liebe und seinen Samen. Erscheint er den Frauen zunächst als der Erlöser selbst, so wird er dem Rest der Welt zum Antichristen. In Donna Elvira, einer Nonne, die für den Freigeist ihr göttliches Gelübde gebrochen hat, findet er allerdings eine hartnäckige Widersacherin. Bis ins Mark von seinem Verrat getroffen, schickt die Verlassene ihm zunächst ihren himmelschreienden Fluch, danach zwölf vermummte Reiter und am Ende – und das ist für Don Juan am bedrohlichsten – ihr durch pure Liebe gereinigtes Mitleid nach. Molière erzählt die Geschichte Don Juans und seines ständigen Begleiters, dem Diener Skanarell, als Stationendrama durch vielerlei Welten: Mantel- und Degenkämpfe im Wald, Bauernszenen mit vielschichtigen komödiantischen Brechungen und nächtlichen Geister-Erscheinungen auf dem Friedhof. Ob mit Worten, mit dem Degen oder mit anderen Instrumenten – Juans Stiche sitzen. Sie treiben seine Opfer in die Enge, wo ihnen nichts bleibt, als die letzte Instanz anzurufen: die Macht des Himmels. |